Andreas Fickenscher

Geschäftsführer von Fickenschers Backhaus

Heimatort: Münchberg

Wohnort: Münchberg und Kriegsreuth

 

Gibt es für dich einen Lieblings- oder Rückzugsort in der Region?

Wir haben ein kleines Hideaway in Kriegsreuth, dem Geburtsort meiner Frau. Für mich ein magischer Ort im Frankenwald.

Was verbindest du hier in der Region mit deiner Kindheit?

Man denkt an all die Dinge man an verschiedenen Orten erlebt hat. Wenn ich durch meine Heimatstadt gehe, verbinde ich mit vielen Plätzen bestimmte Situationen. Denke an den Sommer, wie man an der Pulschnitz Dämme gebaut hat, in der Ecke ums Haus am Fahrrad geschraubt hat. Erinnert sich an Läden, die aufgemacht haben und nun leider geschlossen sind. Man denkt an den ersten Kuss am Spielplatz, den Einzug in erste Wohnung und wie sich vieles im Laufe der Zeit verändert hat und vieles eben nicht.

 

Was bedeutet für dich Heimat?

Heimat ist kein Ort, Heimat ist für mich ein Gefühl. Das Gefühl, geschützt, geborgen und verstanden zu sein; das Gefühl, dazu- und herzugehören; das Gefühl, ein Teil der Landschaft, der Kultur und der Menschen mit ihren regional besonderen Eigenarten zu sein.


Welche Stärken hat das Hofer Land?

Kulinarisch gesehen offenbart sich die Stärke Oberfrankens in der weltweit größten Dichte an Bäckereien, Metzgereien und Brauereien. Was unsere Region jedoch ebenfalls auszeichnet, ist die Vielfältigkeit an regionalen Spezialitäten. Nicht nur in Bezug auf die Menge, sondern auch dadurch, dass sich die Zubereitung dieser Spezialitäten zum Teil von Stadt zu Stadt unterscheiden. (Bsp. Küchle, Bratwurst)

 

Welche Schwächen hat das Hofer Land?

Die Kleinteiligkeit, die in Bezug auf die regionalen Speisen ein großes Plus ist, ist in anderen Bereichen meiner Meinung nach eine große Schwäche. Wir sollten beginnen, uns als Region gemeinsam zu vermarkten und nicht noch eine weitere Regionalinitiative auf die Beine zu stellen, nur weil diese gefördert wird. Das verwässert die Marke Oberfranken. Fichtelgebirge, Frankenwald, Oberfranken, Hochfranken, Hofer Land, Initiative nördliches Fichtelgebirge… Auswärtige verstehen das nicht. Man ist nicht mal in einer Stunde in Bamberg, in Bayreuth in Kulmbach, Hof oder Naila. So lange braucht meine Tochter allein schon innerhalb Münchens von A nach B.

 

Welche Wünsche hast du für unsere Region?

Dass man etwas mehr zusammenrückt und die Kräfte bündelt. Dies wollen wir ja derzeit mit unserem Kulcity-Konzept in Münchberg erreichen und als Tor zur Genussregion fungieren, an dem die Vielfalt sichtbar wird – erlebbar, aber nicht an einem, diesem Ort, sondern nur wenn man sich auf die Reise macht, es vor Ort zu erschmecken und zu erleben. 

 

Wie würdest du unsere Region in 4 Stichpunkten beschreiben?

ehrlich, kauzig, genussvoll, zurückhaltend

 

Drei Sachen, die du Fremden als erstes in der Region zeigen würdest?

Waldstein im Fichtelgebirge, Mühlenweg im Frankenwald und demnächst vielleicht die Frankenwaldbrücke


Was ist dein liebster Mundartspruch?

„A weng weng“ und „Wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßn“

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