C wie …

Corona überschattet unser Tagesgeschehen seit mehr als einem ¾ Jahr. So langsam macht sich die Hoffnung breit, dass wir in einem halben Jahr durch die Impfung von Millionen Bürgern nicht mehr all zu viel mit dem Thema zutun haben. Die aktuellen Zahlen und die am 13.12.2020 beschlossenen Maßnahmen lassen zumindest meine Sorgen nicht wirklich kleiner werden. Vor allem wenn ich auf die Schulen schaue. Als Schülersprecher des Schiller-Gymnasium Hof bekomme ich sowohl das Meinungsbild der Schüler, als auch der Lehrer mit und deren verzweifelten Versuch, irgendwie noch planen zu können und uns den Schulalltag so normal wie möglich zu gestalten.

Ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen, wie wir uns alle im März noch gefreut haben, dass wir jetzt auch in den Distanzunterricht versetzt werden. So wirklich bewusst welche Konsequenzen es mit sich bringt war ich mir nicht. Erst als ich gehört habe, dass ein guter Freund von mir von seinem USA Austausch zurück nach Deutschland muss, wurde mir klar, dass die Situation vielleicht ernster ist als am Anfang vermutet. Aber trotzdem hat man sich jetzt erstmal darauf gefreut nicht mehr in die Schule zu müssen. Anfangs hieß es noch, dass es nur bis zu den Osterferien geht, wobei relativ schnell klar wurde, dass es länger dauern wird und auch ich so langsam die Schule vermisst habe. Es war schon sehr einschneidend seine Freunde nicht mehr jeden Tag zu sehen. Plattformen wie Houseparty oder Skype erlebten einen neuen Boom, weil man sich irgendwie sehen wollte, irgendwie seine sozialen Kontakte erhalten wollte. Aber es war eben nicht das Gleiche. Die Schule habe ich auch nicht mehr wirklich ernstgenommen, dadurch ist es mir generell schwer gefallen aus dem Onlineunterricht etwas mitnehmen zu können. Aber irgendwie lief alles trotzdem, wenn auch langsam, weiter. Als dann die Nachricht kam, dass wir nach den Pfingstferien wieder in die Schule dürfen – zwar nur im Wechselunterricht, aber immerhin – hat sich so etwas wie Freude breit gemacht und es war schön seine Klassenkameraden wieder zu sehen. Ein Gefühl der Hoffnung hat sich breit gemacht, was vielleicht auch der dauerhaft sinkenden Infektionszahlen im Sommer zu verschulden ist. Man ist wieder lockerer damit umgegangen. Die Gefahr war zwar nicht weg aber so wirklich beachtet wurde sie nicht. Irgendwie hat man aber auch einfach das beste aus der Situation gemacht, was blieb einem auch anderes übrig. Während die Sommerferien dann ruhig verlaufen sind, wurde es Anfang September doch wieder ernst. Der erste Schultag stand vor der Tür und damit auch das Problem, wie man weiter vorgeht. Der Freistaat hat sich für die vorsichtigere Variante entschieden, dass Schüler im Unterricht ihre Masken tragen sollten. Dies stieß nicht unbedingt bei jedem auf Begeisterung, was sich aber eigentlich schnell legte, da der Spuk durch die niedrigen Infektionszahlen auch schon wieder vorbei war. Generell wurde unsere Schule lang von Corona verschont. Erst als es mehrere Infektionen in der Neunten und der Elften gab, wurden die ersten Wünsche nach mehr Vorsicht und dem Distanzunterricht lauter. Auch ich war nicht gerade begeistert nach der ersten Quarantäne wieder in eine Schule, mit über 1000 Schülern, zu gehen. Nebenbei stiegen die Zahlen umso schneller und immer mehr Schüler kamen auf mich zu und berichteten von ihren Ängsten und Problemen. Egal ob es die Angst vor der Ansteckung der eigenen (Groß-)Eltern ist oder die der eigenen Person, es war alles dabei. Nicht zuletzt die schleppende und teilweise schlechte Information durch Regierung und Schulleitung haben erschwerend dazu beigetragen. Irgendwie hat man aber versucht, den Schulalltag aufrecht zu erhalten. Ich persönlich war auch lange Zeit ein Verfechter des Präsenzunterrichts, da man aus dem Unterricht mehr mitnehmen kann und der persönliche Kontakt für mich wichtig ist. Mit der Zeit änderte sich meine Meinung jedoch zum Gegenteiligen. Umso erfreulicher war dann die Nachricht, dass diverse Jahrgangsstufen in den Wechsel-/Distanzunterricht geschickt werden. Und nun sitzen wir wieder alle daheim – vor unseren Bildschirmen – und lauschen den Stimmen unserer Lehrer. Die Situation ist sicher nicht ideal, dennoch ist es wohl die Vernünftigste. Dabei gilt es aber auch mal denen zu danken, die nicht oder nur selten erwähnt werden. Das sind unsere Eltern, die uns den Unterricht zu Hause ermöglichen und uns jetzt 24/7 aushalten müssen. Vielleicht ist das Schicksal, vielleicht ist es aber auch eine Chance, die wir für uns nutzen sollten. Gemeinsam schaffen wir alles.

Mit der Zeit änderte sich meine Meinung jedoch zum Gegenteiligen

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