Diese Jugend

Die Jugend von heute – zukunftssichernd oder kann sie weg?

Immer wieder bekommt man als Jugendlicher zu hören, dass diese Jugend von Heute nichts mehr drauf hat, den Schulabschluss hinterher geschmissen bekommt, so oder so nur vor ihrem Wischkästla sitzt, keine Ahnung von dem hat was sie machen oder gar das Denken und Handeln den Erwachsenen überlassen soll. Aber warum hat ein Teil der Bevölkerung ein solches Bild über die neue Generation und stimmen die Vorwürfe überhaupt?

Klar erkennt man eine Veränderung in der Freizeitgestaltung der heranwachsenden Generation. Nicht zuletzt der schnelle Fortschritt der Technik hat dazu erheblich beigetragen. Aber ist deswegen jetzt eine ganze Generation nutzlos, nur weil sie eher vor der Konsole hocken, dort mit ihren Freunden zocken anstatt mit 15+ auf dem Feld zu stehen und die Ernte einzuholen oder den Acker zu pflügen? 

Nein. Wir sollten doch eher den Vorteil des Ganzen sehen. Grundsätzlich hat jedes Kind die Möglichkeit ein Abitur zu erhalten und danach studieren gehen zu können. 

„Aber wer baut mir dann den Schrank jetzt zusammen?“ oder „Wer pflegt mich im Alter oder wenn es mir schlecht geht?“ höre ich es jetzt in meinem innerlichen Ohr rufen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Das Problem ist doch nicht die Faulheit der Jugend sondern die katastrophale Bezahlung, die man in handwerklichen oder gar sozialen Berufen erhält. Wenn man die Auswahl zwischen einem Studium hat, in dem man zwar währenddessen nichts verdient aber danach beinahe doppelt so viel wie ein Handwerker, oder einer Ausbildung in der man auch nach einer Ausbildung schlecht verdient, entscheidet sich doch jeder, der rein nach dem Geld geht, für das Studium. Und da kann man keinen wirklichen Vorwurf machen. In meinen Augen sollte nicht die Jugend von Heute kritisiert werden sondern das Bezahlungssystem in Ausbildungsberufen. 

Jetzt aber auch mal generell betrachtet: Die Jugend von Heute ist ganz sicher nicht für den Müll. Ganz im Gegenteil, es besteht wieder ein vermehrtes Interesse an Politik. Ein gewisses Bewusstsein für Umwelt und Klima kann mittlerweile bei den Meisten vorausgesetzt werden. Es ist eine Generation, die sich nicht mehr alles gefallen lässt, die auf die Straße geht und etwas anpackt, wenn es ihnen nicht passt. Zu Problemen werden die passenden Lösungen gesucht und man kann in manchen Bereichen wieder von einer gesunden Naivität reden, sodass sie nicht mehr lang nachdenken sondern auch einfach mal anpacken. 

Wir sollten nicht immer den Nachteil sehen sondern, auch einfach mal den Vorteil nutzen und es auch vielleicht mal gönnen, dass es Jugendliche heutzutage einfacher haben als noch vor 50+ Jahren. 

Aber wer baut mir dann den Schrank jetzt zusammen?

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