Schnitz lover

Heißt es eigentlich der, die oder das Schnitz?! Weiß keiner…

Ich kenne Schnitz noch aus meiner Kindheit. Jede Woche gab es mindestens einmal den gesamten Kühlschrankinhalt meiner Oma zu Mittag. Das ist auch das Geile an Schnitz. Man kann quasi alles, was man daheim noch übrig hat, alles, was kurz vor dem Ablaufdatum steht, mit verwerten.

Alle Nicht-Franken fragen sich sicher, was dieses Schnitz eigentlich ist. Wenn wir Franken was klein schnibbeln, sagen wir ‚kla schnitzln‘ dazu. Wir Oberfranken sind bekannt dafür, praktisch zu denken und mit anzupacken. Da wir niemals eine der reicheren Regionen waren, haben wir gerne selbst für unsere Nahrungsmittel gesorgt. Deshalb wurden sie feinsäuberlich im eigenen Garten angebaut und mit Liebe geerntet. Und ganz nach dem Motto ‚From Nose to Tail‘ wurde alles – und mit alles meine ich einfach alles – verwertet. Weggeschmissen wurde nichts. Selbst aus den Gemüseabfällen wurden noch Suppen oder Fonds angesetzt. Die Devise war dabei immer: So einfach wie möglich.

Auch Hof und der Landkreis sind für simple und pragmatische Gerichte bekannt. Schnitz ist eins davon. Noble Resteverwertung in Form von verschiedenem Gemüse, feinster selbstgemachten Rinderbrühe und Petersilie quasi.
Wenn ich an Schnitz denke, habe ich sofort den Geruch in meiner Nase, der das Haus meiner Oma durchströmte, wenn sie die Brühe fürs Schnitz ansetzte. ‚Die Brie misst selber machn‘ hat sie immer gesagt. Und das ist wohl tatsächlich auch das Geheimnis bei einem wohlschmeckenden Schnitz. 

Schnitz macht gesund, es wärmt von innen, macht stark und bringt gute Kindheitserinnerungen hoch. Das erzähle ich zumindest heute meinen Kindern, mit denen ich mindestens einmal im Monat Gemüse fürs Schnitz schnitzl. Und dabei hoffe ich, dass sie das mit ihren Kindern in 20 Jahren genauso machen. Die Liebe zu Schnitz kennt nämlich kein Alter, keine Generationengrenzen und vor allem keine industriellen Fertigprodukte…

Omas ultimatives Schnitz-Rezept

Zutaten für 4 Personen

 

Für die Brühe:

• 1/2 Knolle Sellerie

• 1 Stange Lauch

• 2-3 Karotten

• 2 Zwiebeln

• 2-3 Knoblauchzehen

• 500 g Rinderknochen

• 450 g Rindfleisch (Tafelspitz, Suppenfleisch)

• 1 EL Salz, etwas Pfeffer, 1 EL Majoran (getrocknet),

• 5 Wacholderbeeren, 2 Lorbeerblätter, Gemüsebrühe

• ca. 3 l Wasser

 

 

Für die Suppeneinlage:

• 1 Kohlrabi

• 1/2  Blumenkohl

• 2  Karotten

• 1/2 Knolle Sellerie

• 150g Kartoffeln, festkochend

• 1/2 Stange Lauch

 

 

Zum Garnieren:

• Petersilie und Kerbel

 

1. Gemüse waschen und grob zerkleinern, zusammen mit den Rinderknochen und kaltem Wasser aufsetzen (Zwiebel mit Schale verwenden da diese der Suppe eine schöne Farbe verleiht). Restliche Zutaten hinzufügen und aufkochen, das Fleisch zugeben und 1 1/2 Stunden mit Deckel köcheln lassen. Danach das Fleisch herausnehmen und abdecken, die Brühe aber noch ca. 1 Stunde offen weiterköcheln lassen, damit die Flüssigkeit noch etwas einreduziert (Die Brühe kann am Vortag sehr gut vorbereitet werden).

 

2. Kohlrabi, Sellerie, Karotten und Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden (ca. 1 cm Seitenlänge). Den Lauch in kleine Rauten schneiden, den Blumenkohl in kleine Röschen zerteilen.

 

3. Falls die Brühe am Vortag zubereitet wurde, in der Zwischenzeit die Brühe inklusive Tafelspitz erwärmen. Die Brühe nach dem Aufkochen durch ein Sieb gießen und abschmecken, evtl. auch mit Gemüsebrühe. Den Tafelspitz in Würfel schneiden und zusammen mit den anderen Suppeneinlagen in die Brühe geben. Das Gemüse in der Brühe bissfest garen (ca. 10 Minuten). Suppeneinlagen und Tafelspitz mit einer Schaumkelle auf die Teller verteilen und mit Brühe auffüllen, nach Belieben mit Kräutern verzieren.

 

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